Geomorphologisches Erscheinungsbild zwischen Haardtrand und Rheingraben

Das hier bezeichnete nördliche oberrheinische Tiefland reicht vom Rhein im Osten bis zum Anstieg des Pfälzer Waldes im Westen. Nicht im gesamten Gebiet ist der Weinbau vorherrschend kultivierte Leitpflanze. Die Weinrebe nimmt in ihrem Nutzungsraum nur einen vergleichsweise geringen Teil jenes Raumes ein. Weinbau beginnt erst in der "naturräumlichen Untereinheit" des Vorderpfälzer Tieflandes und dort nur auf klimatisch begünstigten höher gelegenen Flächen (sog. Riedel).

 

Das Vorderpfälzer Tiefland ist ein in "Schwemmfächer gegliedertes Terassenriedelland mit westöstlich verlaufenden Formenzügen" (Dörrer 1981, S. 18). Die sog. Riedel greifen fingerartig vom Haardtrand ausgehend in den tiefer gelegenen östlichen Bereich hinein und wurden durch fluviatile Prozesse vorderpfälzischer Bäche (zB Queich, Speyerbach) zerschnitten. Die als rundlich anzusprechenden Formen dieser höher gelegenen Riedelplatten sind häufig mit Löß bedeckt und sind somit fruchtbar und für den Weinbau geeignet, während die Niederungen der Bachtäler und Rheinebene ein zu kaltes Mikroklima (Frostschäden durch Kaltluftseen) bieten.

 

Weiter im Westen schließt sich die Vorhügel- und Vorbergzone vor dem Ostabfall des Pfälzer Waldes an - auch als Haardtrand bezeichnet (vgl. Dörrer, 1996, Seite 70). Die Breite dieser Randhügelzone, die für den Weinbau auf Grund ihrer Höhenlage, Hangexposition und geschützter Leelage (siehe Kapitel Klima) prädestiniert ist, nimmt von Norden nach Süden hin zu. Teilweise bis zu 10 km westöstlicher Ausdehnung (vgl. Dörrer, 1996, S. 70). Der Unterschied zwischen Haardtrand und Riedeln des Vorderpfälzer Tieflandes ist das deutlich bewegtere Relief: Die Täler sind mit 60-100m relativ tiefer eingeschnitten als die der davorliegenden Riedel.

 

Der sich an dieses Gebiet anschließende Pfälzer Wald im Westen schützt das Gebiet gegen die vorherrschende Westwetterlage ab und lässt zwar ausreichende, aber nicht zu ergiebige Niederschläge zu.

Im Kapitel "Klima" soll auf die klimatische Gunst dieses Teilraumes eingegangen werden.

 

 

Literatur:

 

Dörrer, Ingrid (1981): Die Landschaften der Pfalz. Eine Einführung in das Natur-, Kultur, und Wirtschaftsräumliche Gefügemuster. - In: GEIGER, PREUSS, ROTHENBERGER: Pfälzische Landeskunde, Bd. 2, Seite 17-32, Landau.

 

Dörrer, Ingrid (1996): Der Haardtrand im geomorphologischen Raumgefüge des pfälzischen Rheingrabens. - In: Geiger, Michael (Hrsg.): Haardt und Weinstraße - Beiträge zu Landeskunde, Seite 70-98, Speyer.