Das Klima der Weinstraße

Der zuvor beschriebene Rheingraben in seinen Teilräumen ist "großklimatisch" als ozeanisch getöntes, warmes Beckenklima anzusprechen (vgl. Geiger 1996, Seite 100). Vorherrschende Westwetterlagen zwingen die von Westen anströmenden Luftmassen über dem höher gelegenen Pfälzer Wald zum Abkühlen und lassen die mit ihnen herbeigeführte Feuchtigkeit abregnen. Die teilweise dadurch enstehenden stabilen Wolkenlücken über dem Haardtrand und der Weinstraße bedeuten ein in seinen hygrischen Verhältnissen trockeners Klima mit teils ausgeprägten Trockeninseln mit Jahresniederschlägen von 500 mm.

 

Obschon der Höhenunterschied zwischen Gebirgsrand und Ebene nur cirka 400 Meter beträgt, kommt es durch Fallwinde im Lee zu einer trockenadiabatischen föhnartigen Erwärmung, die warme Hangaufwinden tagsüber entstehen lässt.  Kaltluft in der Nacht  wird Richtung Rhein hin abgeführt. Die Riedel und die Vorhügelzone der Weinstraße überragen die entstehenden Kaltluftseen meistens, so dass keine Frostschäden an der Rebe entstehen (vgl. Geiger 1996, S. 103-105).

 

Im Ganzen wird das Klima der Weinstraße durch höhere sommerliche Wärme, geringere Bewölkung, geringere Niderschlagsmengen, frühem Blühbeginn (teils Pflanzen südlicher Herkunft wie Mandelbäume, Feigen, auch Kiwis) und längere Vegetationsprioden bestimmt (Geiger, 1996, Seite 103).

 

Die klimatische Begünstigung resultiert aus hauptsächlich drei Faktoren: a) Wärmegewinn durch geringeren Bewölkungsgrad, höhere Sonnenscheindauer, Hangexposition), b) geringe Beeinträchtigung durch den Wind (Leelage) und c) geringe Beeinträchtigung durch Kaltluft, die nächtens nach Osten zum Rhein hin, dem Relief folgend, abfließt.

 

Klimagunst der Weinstraße; Quelle: Geiger 1996, S. 103 Klimagunst der Weinstraße; Quelle: Geiger 1996, S. 103

Literatur:

 

Geiger, Michael (1996): Das Klima an Haardt und Weinstraße. - In: Geiger, Michael (Hrsg.): Haardt und Weinstraße - Beiträge zur Landeskunde, Seite 99- 121, Speyer.